Jugendmeister 1949/50

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Den Gästen aus Erfurt gelang ein 3:1-Erfolg, der schon in der ersten Halbzeit gesichert war. Die Erfurter erwiesen sich im Angriff als Schußfreudiger, hatten das technisch bessere Rüstzeug und waren stets eine Sekunde schneller am Ball; die Fünferreihe machte jedoch noch erhebliche Fehler. Die Gastgeber waren besonders im Angriff zu unentschlossen, die Halbstürmer versagten und die Außen wurden vernachlässigt.

KWU Erfurt (ganz in Blau): Gauer; Dietsch, Waitz; Langwagen, Lippmann, Kellner; Knoth, Melcher, Feldweg, Mielitz, Bohn.

SV Einheit-Rostock (ganz in Gelb): Lang: Seedorf, Schritt; Großspitz I, Hinz, Hoffmann; Kleinow, Zerky, Schulz Großspitz II, Voß.

Schiedsrichter: Heß (Neptun-Rostock);

Tore: 0:1 Bohn (13.), 0:2 Kellner (16.), 0:3 Feldweg (32.), 1:3 Voß (38.)

Der Kampfgeist der Erfurter war ausgezeichnet. In der zweiten Halbzeit spielten die Thüringer verhalten und ruhig, teilweise defensiv. Man schonte sich sichtlich für den schweren Gang am nächsten Sonntag. Rostock hatte noch einige Drangperioden, aber Erfurts Abwehr ließ keinen Erfolg zu. Die Schlussminuten gehörten noch einmal den Gästen aus Erfurt, die tonangebend waren, jedoch zu keinem weiteren Erfolg kamen. In der 13. Minute nahm Bohn einen Kopfball aus der Mitte an und verwandelte zum 1:0. Drei Minuten später hieß es durch einen Alleingang des linken Läufers Kellner 2:0. In der 22. Minute hatte Voß eine Chance, den Anschlusstreffer zu erzielen. Den zugesprochenen Handelfmeter setzte er jedoch neben den Pfosten. In der 32. Minute kam dann Mittelstürmer Feldweg, der vorher eine große Chance ausgelassen hatte, zum 3:0. Erst zwei Minuten vor dem Pausenpfiff schafften die Mecklenburger durch Voß das 1:3. Bei beiden Mannschaften war die Hintermannschaft der stärkste Mannschaftsteil!

Gerhard Telch (FUWO 23/1950)

Nagema-Chemnitz: Pfeiffer: Hubner, Zierer; Pesch, Hofmann, Müller, Georgi Bauer, Nahke, Glukas, Dittrich.

Sparta-Siemens: Guski, Frank, Gülle, Odis, Lankanke, Penkuhn; Lüddecke. Zahn, Skodowsky, Paul, Petersilie.

Zuschauer: 1000 auf dem Platz von Lindenau- Hafen

Schiedsrichter: Otto (Leipzig)

Torschützen: Dittrich (2), Bauer, Glukas.

Beide Mannschaften beginnen reichlich nervös. Eine fast unerträgliche Hitze und ein nicht gerade im Idealzustand befindlicher Platz sind die Gründe für die in der ersten Hälfte etwas wirkungslose Spielweise beider Mannschaften. Trotzdem kann sich Chemnitz auf Grund ihrer besseren Kondition einen leichten Feldvorteil erspielen. Nur fehlt es auch hier wieder an dem sicheren Vollstrecker. Gute Schussgelegenheiten bieten sich den weißen Stürmern, doch niemand nutzt sie aus. Bis es dann dem Halbrechten Bauer doch zu bunt wird und er aus einem Gewühl heraus den Ball zum Führungstreffer für seine Elf in die linke untere Ecke jagt. Man merkt es jetzt den Chemnitzern noch nicht an, dass sie erst am Donnerstag ein schweres Spiel hinter sich gebracht haben. Wirkungsvoll von ihrer Läuferreihe, in der Pesch die treibende Kraft ist, unterstützt, drängen die Sachsen die Gäste zurück. Doch hier steht ein Mann, der alle auch noch so gut eingeleiteten Angriffe zum Abstoppen bringt; das ist der Schlußmann der Berliner, Guski.

Die Überlegenheit der Chemnitzer hält bis zur Halbzeit an, doch überraschenderweise sind es nachher die Berliner, die das Heft für eine Viertelstunde in die Hand nehmen. Auf der anderen Seite macht es Dittrich seinem Mannschaftskameraden Bauer nach und dehnt die Führung mit einem Prachtschuß aus 15 Meter Entfernung auf 2:0 aus. Überall, wo ein Mann gebraucht wird, taucht der schwarze Schopf des rechten Läufers Pesch auf. Das schönste Tor des Tages gibt es in der Mitte der zweiten Halbzeit. Eine bis auf den Linksaußen gegebene Flanke des Rechtsaußen zieht der wendige Linksaußen herein zu seinem Halblinken Glukas, dieser zögert nicht lange und jagt das Leder, aus der Luft nehmend, zum 3:0 unter die Latte. Der sächsische Linksaußen ist jetzt in der zweiten Halbzeit gut herausgekommen, er ist es auch, der in der Schlußminute den vierten Treffer für seine Elf erzielt. Trotz des Donnerstagspiels haben die Chemnitzer am Schluss noch mehr Stehvermögen als die Jungen von Sparta-Siemens.

Allen Anforderungen gerecht wurden zwei Spieler, und zwar waren das in erster Linie der Berliner Tormann Guski und der unermüdliche Wühler Pesch auf der Chemnitzer Seite.

A. Helm (FUWO 23/1950)

Märkische Volksstimme: Fabian, Franz, Rohrlack: Herberg, Straube, Schulze, Pilz, Kalbhen, Götsch, Selignow, Schneemann.

Nagema-Chemnitz: Pfeifer, Hübner, Zierer, Resch, Hofmann, Müller; Georgi, Bauer, Nake, Klukas, Dietrich.

Zuschauer: 15 000 Zuschauer im Potsdamer Ernst- Thälmann-Stadion

Schiedsrichter: Lehmann (Oranienburg)

Torschützen: Pilz (3) Selignow (2), Götsch; Dietrich

Sachsenmeister gegen Brandenburgs Besten – Favorit gegen Außenseiter, so stand die Stimmung vor dem Spiel. Warum? Weil in der vergangenen Saison ein Sachsenvertreter (die ZSG Industrie-Leipzig) den sehr begehrten Titel des Meisters der Meister eingeholt hatte. Aber das vorgestern in sommerlicher Mittagsglut ausgetragene wichtigste Spiel der Staffel 2 ergab einen eindrucksvollen Erfolg der Babelsberger auch an dem Ergebnis gibt es keine Beanstandung!

In zwei wesentlichen Dingen war der Sieger dem mehr und mehr deprimierten Gegner klar überlegen: einmal in der Schnelligkeit (als Folge der besseren Kondition) und dann in der mannschaftlichen Zusammenarbeit. Es gab Züge bei den Rotblauen, da der Ball aus der Deckung heraus bis zum gegnerischen Strafraum in gekonnter Art lief. Das aber sah man von den Chemnitzer Gästen nur zuweilen. Zumeist beschränkten sich diese auf enges Zusammenspiel oder Einzelleistungen. Die bessere Ensemblearbeit und Kondition standen auf Seiten des brandenburgischen Landesmeisters! Es stimmt, dass der Nagema- Torwart Pfeifer verschiedentlich durch seine Befangenheit und Unsicherheit Tortreffer des Gegners verschuldete, aber das ändert an dem Gesamteindruck nichts! Die talentierte Jugend der BSG Märkische Volksstimme hat besser gespielt und klar gewonnen!

Verglichen mit der Meisterelf der Industrie Leipzig im vergangenen Jahr ist Nagema-Chemnitz weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Man hat es in der jungen Mannschaft scheinend noch nicht begriffen, dass Ausgleichstraining außerordentlich wichtig ist. Alle Bewegungen erschienen müde und langsam. Es fehlten Elastizität und Geschwindigkeitsspiel. Dem rechten Verteidiger Hübner hätte man gern mehr Geschmeidigkeit, dem Torwart mehr Ruhe und Übersicht gewünscht. Es blieb alles Stückwerk im Gegensatz zu den Babelsbergern. denen eine mannschaftliche Linie anzumerken war.

Bereits in der zweiten Minute wurde die Nagema-Deckung überrascht, als der Ball von rechts hereinkam und der sich energisch einschiebende Halblinke Seliqnow schließlich aus Nahdistanz einschob. In die Bestürzung der Sachsen hinein platzte der zweite Babelsberger Torerfolg. den erneut der mitunter machtvoll losstürmende Halblinke erzielte, Im Anschluss an einen Eckball von rechts hob er schließlich den Ball gescheit über mehrere Köpfe hinweg in das rechte Toreck. Der Schwimmeister-Lehrling Pfeifer im Tor hatte dann seine schlechteste Szene als er einen Pilz-Eckball (dabei sehr schlecht reagierend) ins Tor sausen ließ. Als dann Mittelstürmer Götsch innen durchstieß (in diesem Augenblick wurde sehr schlecht gedeckt) und sehr schön einschoss, war bei 0:4 keine Wendung mehr möglich. Auch in der zweiten Halbzeit blitze es zuweilen im Angriff der Babelsberger ganz anders auf als bei den langsamen Gästen (die wiederholt umstellten).

50. Minute: Rechtsaußen Pilz zeigte wie leicht und schnell man Tore schießen kann, wenn das Kombinationsspiel richtig verstanden wird. Mittelstürmer Götsch legte ihm in die Gasse vor und schon stand es 5:0. Als Pfeifer noch einen bösen Schnitzer beging, nutzte das Pilz sofort aus. Und erst beim 6:0-Stand ließ Märkische Volksstimme einen Gegentreffer durch Dietrich zu. Von beiden Mannschaften ist Märkische Volksstimme unserer Forderung, der Bewegung Leichtigkeit und Eleganz zu geben, nahe gekommen. Wie wichtig gerade im modernen Spiel auch rasche, schnelle Bewegungen sind das zeigten einige Babelsberger (RA Pilz, HL Selignow, die Außen- läufer Herberg und Schulze). Die klare, ruhige und sichere Spielweise des Stoppers Straube hat gefallen. Ob das Schlußdreieck bei schwerer Belastung sich bewährt?

Es gibt keinen Zweifel daran, dass Märkische Volksstimme am kommenden Sonntag gegen Sparta-Siemens gewinnen und in das Chemnitzer Endspiel einziehen wird!

Haus Jacke (FUWO 24/1950)

Die Durchführung der Veranstaltung in Erfurt blieb der BSG Pels vorbehalten, nachdem sich im Dimitroff-Stadion durch das Gastspiel des Moissejew-Ensemble, das sich im Anschluss an das Deutschlandtreffen auf einer Thüringenreise befindet, Vorbereitungsarbeiten notwendig machten. Am Eingang wurde unserer Jugend aus Magdeburg, Sudenburg und Halle ein herzlich gehaltener Willkommensgruß entboten.

Schiedsrichter Hildner (Weimar) gab den Ball zu dem mit Spannung erwarteten Rivalenkampf der Erfurter und hallischen Jugend Im Fußball frei.

Erfurt: Gauer, Dietsch, Waitz; Langwagen, Lippmann, Kellner, Knoth, Melcher, Feldweg, Mielitz, Bohn.

Die erst eine Stunde vor dem Spiel eintreffenden Melsa-jugend der ZSG Union-Halle formierte sich mit Ehrt, Panterott, Landmann; Haase, Schmidt, Eser; Schmidt II, Bierbaum, Schützem, Frommann, Franke und spielte mit schwarzer Hose und weinrotem Hemd.

Beide Mannschaften konnten während des 80-Minuten-Spielverlaufes ihre Nervosität nicht ablegen. Die im Osterturnier gezeigte Form wurde nicht erreicht. Abspiel, Zuspiel und Deckungsspiel ließen zu wünschen übrig, abgesehen von der sehr hohen Spielweise. Der unentschiedene Verlauf muss als gerecht bezeichnet werden. Die erste Spielhälfte stand ganz im Zeichen der KWU-Jugend, sie wurde mit einem Eckenverhältnis von 5:1 abgeschlossen. Es fehlte den Erfurtern zu diesem Zeitpunkt der Torschütze, der die schlechte Deckung von Schmidt I ausgenutzt hätte. Torwart Ehrt erwies sich einige Male als Retter, musste in der 22. Minute vor Mieliz kapitulieren. Schmidt I fuhr mit dem Kopf dazwischen und gab dem an sich haltbaren Ball eine andere Richtung. Frommans absichtliches Nachtreten und Handspiel brachten ihm zwei Verwarnungen ein. Eine Umstellung der Mannschaft (Eser Rechtsaußen, Fromman linker Läufe, Schmidt II linker Verbinder) zeigte keine Vorteile. Auf Zuspiel von Schmidt II konnte der nach innen gelaufene Eser in der 39. Minute den Ausgleich schaffen, der der Mannschaft Halt gab.

Nach dem Wechsel wurde 25 Minuten die Hintermannschaft der Erfurter unter Druck gesetzt. Die unermüdlich arbeitende Läuferreihe der Erfurter hielt das Ergebnis. Einen Angriff Melchers musste Panterutt zur Ecke abwehren (die siebente). Der HL übernahm dann die Ausführung. Der hoch hereinkommende Ball wurde von Feldweg unhaltbar eingeköpft (75. Minute). Halle resignierte nicht. Nach Zuspiel von Schmidt I kam Schütze in aussichtsreiche Position Gauer reagierte trefflich, konnte Hegend abwehren. Mit dem Abschuss von Schütze war Frommann mit nach vorn gelaufen, brachte Esich in Besitz des abgewehrten Balles und verhalf seiner Mannschaft zum Unentschieden. Im Vorlaufen glaubte der Linienrichter eine Abseitsstellung zu erkennen. Nachdem der Schiedsrichter berechtigterweise nicht darauf einging und zur Anstoßmarke zeigte, endete die trefflich aufgezogene Veranstaltung mit einem Misston die durch das ins-Spielfeld-laufen des Linienrichters und in dem Ballbehalten der Erfurter Hintermannaschaft ihre Ursache fand. Eine an Ort und Stelle vorgenommene Zurechtweisung fand bei einigen fanatisch Besessenen nicht das erwartete Verständnis. Gerhard Schulz (FUWO 24/1950)

Sparta-Siemens: Guski, Frank, Petersilie, Ochs, Lankanke, Penkuhn, Lüddecke, Zahn, Skodowsky, Paul, Klug.

Märkische Volksstimme: Fabian; Franz, Rohrlack; Herberg, Straube, Schulze; Pilz, Kalbhen, Götsch, Selignow, Schneemann

Schiedsrichter: Reinhardt (Glühlampe)

Zuschauer: 1200 in der Cantianstraße

Torschütze: Götsch (2)

Zwischen dem 6:1 gegen Nagema-Chemnitz und dem 2:0 gegen Sparta-Siemens liegt ein erheblicher Form-Unterschied, die junge Elf aus Babelsberg wird das in einem ehrlichen Eingeständnis selbst zugeben. Das Wesentliche hierbei ist immer die Erkenntnis, warum es zu einem Leistungsrückgang kam – die Erklärungen aber sind sehr einfach!

Nagema-Chemnitz spielte 8 Tage vorher in Potsdam ausgesprochen schwach, blieb hinter der Normalform zurück, die Babelsberger aber übertrafen sich. Dazu kam noch das Entgegenkommen des Nagema-Schlußmannes, und fertig war am 11. Juni die 6:1-Ueberraschung der Staffel 1. Aufgepulvert durch das 0:4 in Leipzig gegen Nagema und nach dem 6:1 der Volksstimme zu einem energischen Kampf entschlossen, konnte der kein Risiko tragende Berliner Vertreter aufs Ganze gehen. Er tat es! Mann um Mann genau markierend, ist die Deckung von Sparta-Siemens dem Babelsberger Angriff erheblich auf die Nerven gegangen.

Beide Außenstürmer, Pilz und Schneemann, verstanden es nicht, sich der gegnerischen Bewachung zu entziehen, so blieben sin weit hinter den Erwartungen zurück! Ein Außenstürmer kann durch Zurückweichen auf der Außenlinie die Lösung vom Verteidiger erreichen, der ungern bis in die gegnerische Hälfte folgt. Um der genauen Markierung zu entgehen, versuchten die Babelsberger ein flaches Zusammenspiel, aber dieses war verengt und in der Durchführung leicht erkennbar. Kam der Ball – hoch zur Mitte, wurde von der Sparta Siemens-Deckung (da körperlich überlegen) fast ausnahmslos abgefangen. Nur mit schnellem Spiel in den freien Raum wäre die Wendung zum torreichen Erfolg möglich gewesen. Es fehlte das In-Stellung-gehen ohne Ball, das Spiel in die Gasse!

Die Spieler klagten über den ,,unmöglichen“ Ball – sie hatten recht! Der Ball erinnerte an einen sechzehnkantigen Würfel – übrigens hatten die Linienrichter keine Fahnen. Wir verweisen auf diese kleinen Dinge, weil wir die DDR- Jugendmeisterschaft ernst nehmen, und demzufolge auch die geringsten Voraussetzungen einer repräsentativen Veranstaltung gegeben müssen!

Hätte Sparta-Siemens entschlossene Angriffspieler gehabt oder harmonisch zusammenspielende Stürmer, wer weiß, ob in der Mittagsglut des 18. Juni nicht doch die Überraschung heraus gekommen wäre? Aber so beherrschte Stopper Straube ziemlich sicher den Strafraum, hielt Fabian wacker-wacker, wirbelte Rechtsläufer Herberg im Mittelfeld herum, Konditionsstark war im Angriff lediglich Halblinker Selignow, ganz gut Kalbhen und Götsch, Pilz muss es Lernen, Nerven zu bewahren, und Schneemann nicht zu umständlich zu sein.

Sparta-Siemens stellte sich auf eine Kampfleistung ein und hatte damit offensichtlich Erfolg. Die Jungen müssen es lernen, nach dem Abspiel sofort in Stellung zu gehen. Es fehlte auch das Einschalten der Außenläufer in das Angriffsspiel. Um überhaupt einmal eine bedeutendere Rolle zu spielen muss die Elf erst einmal Fußballspielen lernen. Nur aus dieser Grundlage heraus kann dann ein System aufgezogen werden!

Wie die beiden Treffer fielen: In der 8. Minute kickte Stopper Laakanke den Ball schlecht, Götsch schaltete sich ein, lief noch einige Meter mit dem Ball und schoss ihn dann sehr gut flach, platziert und hart ein.

32. Minute: Endlich einmal sauste Pilz mit Ball am Fuß los, schoss scharf ab, Guski parierte, aber Götsch war da und lenkte die braune Kugel über die Torlinie, So war der Kampf schon vorzeitig entschieden. Die ziemlich ausgeglichen Verlaufende zweite Halbzeit brachte eine erhebliche Versminderung des Einsatzes und des Tempos.

Hans Jarke (FUWO 25/1950)

Anlässlich der Einweihung des Kulturparkes der Jungen Pioniere auf der Peißnitz-Insel gab es im Beisein von 3000 Zuschauern ein ausgezeichnetes Werbespiel. Union diktierte von Anfang an das Spielgeschehen. Die Hallenser waren durchweg konditionsschneller, hielten den Ball meist flach und verstanden es vor allem, durch wechselndes Flügel- und Innenspiel die gesamte Deckung der Gäste stetig unter Druck zu halten, so dass die eigene Stürmerreihe wenig unterstützt werden konnte. Nach dem zweiten Tor zog sich der linke Verteidiger Schritt eine Verletzung zu, wodurch die Gäste eine Umbesetzung vornehmen mussten, welche sich nachteilig auswirkte. Möglich, dass dadurch die Kampfkraft der Gäste etwas eingeschränkt wurde.

ZSG Union-Halle, Abteilung Melsa (schwarze Hose, weinrotes Hemd): Ehrt,  Panterott, Landmann; Haase, Schmidt 1, Eser; Schmidt II, Bierbaum. Schütze, Frommann, Franke.

SV Einheit-Rostock (ganz in gelb): Lang, Michels, Schritt (Kleinow); Großspitz I, Hinz Hofmann; Schulz (Schritt), Zeyki. Kleinow (Schulz), Großspitz II, Voß.

Schiedsrichter: Barth (Delitzsch), ausgezeichnet;

Zuschauer: 3000

Torschützen: Schütze (3), Schmidt II (3), Franke, Frommann, Haase, Bierbaum.

Die Läuferreihe, besonders Schmidt I und Bierbaum waren Glanzstücke von Melsa. Der unermüdlich kämpfende und sich gut einsetzende Linksaußen Franke (allerdings noch etwas eigennützig), der verständnisvoll zusammenspielende rechte Flügel Schmidt II-Bierbaum, der spritzige und schussstarke Schütze (gute Übersicht) und der unauffällige aber wirksame Frommann bilden eine ausgezeichnete Fünferreihe. Einheit-Rostock hatte in Mittelläufer Hinz und Linksaußen seine besten Kräfte. Nach ausgeglichenem Spiel der ersten Minuten, wobei Halle starker im Angriff lag nutze Schütze, eine schlechte Abwehr von Lang aus und schoss an dem sich vergebens mühenden Michels vorbei ins Netz. Gleich darauf der nächste Angriff führte durch Schmidt II, der wunderbar freigespielt wurde, zum 2:0. In der 16. Minute nutzte Franke ein gutes Zuspiel von Schütze zum 3:0 aus. In der 24. Minute war es Frommann, der gut freigespielt wurde und unhaltbar einschoss. Gleich darauf setzte sich Schütze energisch durch und schoss das 5:0.

Nach Wiederbeginn zeigte sich Rostock angriffsfreudiger, musste aber bereits in der 42. Minute ein schönes Durchspiel durch Schütze (6:0) hinnehmen. In der 44. Minute führte eine Ecke, die gut hereingegeben wurde, durch den Rechtsaußen Schmidt zum 7:0. 54. Minute: Der rechte Läufer Haase, der mit aufgerückt war, erzielte mit überraschendem Fernschuss das 8:0. Ein gutes Zusammenspiel des ganzen Sturmes konnte dann Bierbaum in der 62. Minute zum 9:0 ausnutzen, Und in der 67. Minute war es Smidt II. der nach einem schönen Zuspiel den Endstand herstellte, Otto Kühn (FUWO 25/1950)

Es war alles andere als eine Demonstration guter Fußballtechnischer Anlagen unseres Nachwuchses, dieses Entscheidungsspiel um den Gruppensieg in der DDR- Jugendmeisterschaft. Hatten die bisherigen Spiele unseren Jugendlichen bereits allen Schneid abgekauft? Wir vermissten auf jeden Fall während der vollen 90 Minuten die unseren Jugendlichen sonst eigene Elastizität und Frische. Leipzigs Zuschauer hatten keinesfalls den Eindruck, dass beiden Mannschaften das große Ziel, DDR-Jugendmeister zu werden, vor Augen schwebte. Meist lustlos und müde, spielten sie ihr Pensum herunter. Der Sieg von Halle war insofern verdient, als die Elf vorm Tore energischer war, als die verspielt wirkenden Blumenstädter.

ZSG Union-Halle, Abt, Melsa (schwarze Hose, weinrotes Hemd): Ehrt, Panterott, Landmann; Haase, Schmidt I, Eser; Schmidt II, Bierbaum, Schütze, Frommann, Franke.

BSG KWU Erfurt (ganz in Gelb): Gauer, Dietsch, Waitz; Langwagen, Lippmann, Kellner, Knoth, Melcher, Feldweg, Mielitz, Bohn,

Schiedsrichter: Barthon (BSG Bau-Leipzig)

Torschützen: Schütze, Bierbaum.

Als Halle bereits in der dritten Minute durch Schütze in Führung ging, der einen Freistoß von Frommann nach Torwartfehler eindrückte, glaubte niemand daran, dass dieser Treffer auf lange Zeit der einzige bleiben würde. Immerhin war bald zu erkennen, dass beide Mannschaften keine besondere Leistung boten und oft in bloßes Ballstoßen verfielen. Die Erfurter verfügten zwar über die etwas bessere mannschaftliche Bindung, ließen aber vorm Tor jede Energie vermissen. Auch nach dem Wechsel bekam das Treffen kein anderes Niveau. Es fehlte vor allen Dingen am kämpferischen Einsatz auf beiden Seiten. Leider ließ das Betragen und die Spielweise verschiedener Hallenser Spieler mehrmals recht zu wünschen übrig. Wir empfehlen der Jugendleitung von Union, hier bald scharf durchzugreifen und die schon vorhandenen Starallüren einiger Jungen der Mannschaft schnellstens im Keime zu ersticken. Die etwas bessere technische Durchbildung der Erfurter brachte zwar zeitweise Feldvorteile, doch war Halles sichere Abwehr fast immer mühelos in der Lage, den verspielten gegnerischen Angriff abzustoppen. Als in der 75. Minute der Halblinke Bierbaum einen Eckball zum 2:0 eindrückte, war das Spiel entschieden, Überzeugt hat von allen 22 Spielern keiner. Hervorzuheben wäre lediglich die sichere Abwehrarbeit der beiden Verteidigungen. Schiedsrichter Barthon (Leipzig) leitete das Treffen gut, nur hätte man ihm für das unsportliche Verhalten der Hallenser Jugendlichen ein energischeres Durchgreifen gewünscht. ZSG Union Hede muss beim 10:0 gegen Einheit-Rostock bedeutend besser gespielt haben.  Fritz Zimmermann  (FUWO 26/1950)

Der gemeinsame Weg der Sparten Handball und Fußball in der Durchführung der 1. Jugendmeisterschaften der DDR fand am 2. Juli mit der Austragung der Endspiele in der Industriestadt Chemnitz seinen Höhepunkt. Unsere jungen Freundinnen und Freunde aus Rostock, Erfurt, Leipzig, Halle und Babelsberg fanden eine würdige Aufnahme, waren des Lobes voll über die Unterbringung und Verpflegung. Auftretende organisatorische Mängel sollten dabei nicht übersehen werden. Das Fehlen einer Lautsprecheranlage machte sich stark bemerkbar, publikumsmäßig gab es eine Enttäuschung. 878 Erwachsene gingen durch die Einlaßtore. Wo aber blieb unsere Jugend, unsere FDJ. So kam es, dass zwischen den knapp Dreitausend und den Aktiven zu ihrem Ehrentag, dem Tag der Meisterwürde, jede Bindung fehlte. Die Namen der Mannschaften mussten erfragt werden und die Namen derjenigen, die das Endspiel erreichten, blieben unbekannt. So hörte man es aus den Gesprächen der Zuschauer.

Um so mehr aber waren die Leistungen unserer Jugend angetan, der Arbeit der Demokratischen Sportbewegung Vertrauen zu schenken. Die sportliche Fairness stand im Vordergrund! Unseren Funktionären, die ihre Mannschaften bis zum Endspiel führten, gebührt der Dank für diese Aufbauarbeit. Ein Kulturprogramm schloss diesen würdigen Tag ab. Der Pionierchor der Deutsch- Sowjetischen Freundschaft beglückte mit Volksweisen der SU. FDJ-Laienspielgruppen der volkseigenen Betriebe wetteiferten in Darbietungen Den Siegern und Unterlegenen wurden Leistungsprämien in Form von Sportschuhen und Sportkleidung überreicht.

Die beiden Fußballmannschaften unter Führung von Fritz Illig (Siegmar Schönau) formierten sich so:

Märkische Volksstimme: Fabian, Rohrlack, Franz, Herberg, Straube, Schulze, Piz, Kalbhen, Götsch, Selignow, Schneemann,

Union-Halle: Ehrt; Panterott, Landmann, Haase, Schmidt I, Eser; Schmidt II. Bierbaum, Schütze, Frommann, Franke

Zwischen den beiden Landesbesten von Brandenburg und Sachsen-Anhalt gab es den erwarteten stimmungsvollen Kampf. ZSG Union-Halle wahrte die Favoritenrolle und übernahm nach leichtem Abtasten auf beiden Seiten von der 15. Minute die Spielführung, baute sie bis zum Seitenwechsel bis 4:0 aus. Fabian zwischen den Pfosten ließ Unsicherheiten erkennen.

Zwei der erzielten Treffer wären zu vermeiden gewesen. Die von Trainer Höfer gut vorbereiteten Babelsberger Jungen ließen sich nicht entmutigen, erwiderten jeden Angriff des Gegners mit Schneid und führten beim Schlusszeichen des mit Umsicht waltenden Illig das Eckenverhältnis mit 9:4 an. Entscheidend für den Sieg war die Durchschlagskraft der schwarz-roten Angriffsreihe, die Mannschaftsarbeit und die treffliche Tagesform aller elf Spieler, von denen Eser den ersten Platz ein nahm. Brandenburgs Landesmeister war nicht auf allen Posten gut besetzt. Fabian wird es am meisten bedauern, das bei den Haltbaren den Einsatz vermissen ließ. Dennoch blieb die Mannschalt ein tapferer Verlierer und zwang trotz dos zahlenmäßigen Torunterschiedes dem großen Gegner des Letzte ab.

Der offensiv spielende Außenläufer Esser bricht in der 16. Minute die bis dahin auf dem Spiel liegende Spannung mit weichem haltbarem Pass. Vergeblich berennen die Brandenburger Ehrts Heiligtum: Franke auf Linksaußen hat sich freigespielt, Schmidt II, in Erwartung der Planke, ist nach innen gelaufen, vergeblich streckt sich Fabian: 2:0 in der 21. Minute. Die erste Ecke für Halle bringt Franke im Direktschuß im Tor unter nachdem Fabian zu spät die Gefahr erkannte: 3:0 in der 24, Minute. Manche Chance der Babelsberger bleibt ungenutzt, es fehlt die letzte Kraft, Seitenläufer Haase sieht in der Deckung ein Loch, Frommann startet in den freien Raum.

unhaltbar ist sein Schuß: 4:0 in der 39. Minute Brandenburgs Jugendmeister gibt sich noch nicht geschlagen. Götsch schafft aus nächster Nähe den Anschlusstreffer. Wir verzeichnen die 52. Minute, Prächtige Flankenläufe von Pilz rufe immer wieder Gefahren hervor. Mitten in die Druckperiode hinein fällt das fünfte Tor durch Franke. Haase wird angeschlagen tauscht mit Bierbaum der Platz. Im Gegenzug antworte Selignow von der Strafstoßmarke aus mit der 2. Treffer. Schmidt I muß nach Zusammenprall vorübergehend ausscheiden. Prächtiger Alleingang von Eser wird in der 70. Minute mit dem sechsten und letzten Tore abgeschlossen. Biebaum verursacht durch absichtlichen Handfehler im Strafraum einen Strafstoß, den Pilz zu hoch ansetzt und Ehrt die Möglichkeit zur Abwehr lässt. Gerhard Schulz  (FUWO 27/1950)

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